Das Land Baden-Württemberg möchte die bestehende östliche Umfahrungsroute rund um den Flughafen als Zwischenlösung für den Radverkehr einrichten. Hierfür sollen vorhandene Wirtschafts- und Feldwege als Radroute ausgeschildert, markiert und punktuell baulich verbessert werden. Die Umsetzung erfolgt teilweise durch die betroffenen Kommunen – somit auch Filderstadt – sowie durch das Landratsamt Esslingen. Die anfallenden Kosten werden vollständig vom Land übernommen.
Von einer echten Lösung kann hier jedoch nicht die Rede sein. Die Strecke ist bereits heute stark ausgelastet und mit der für 2027 geplanten Sperrung des Flughafentunnels ist mit zusätzlichem Verkehr zu rechnen. Zudem entstehen Nutzungskonflikte zwischen Radverkehr, Spaziergehenden und dem landwirtschaftlichen Verkehr. Da die Umfahrung nicht als qualifizierter Radweg eingestuft ist, gelten keine erhöhten Unterhaltspflichten. Dies kann sich nachteilig auf die Sicherheit für Radfahrende auswirken.
Im Mobilitätsentwicklungsplan ist festgehalten, dass Radverbindungen attraktiv gestaltet werden sollen. Dies wird in diesem Fall jedoch nicht erreicht. Das Fahrrad muss endlich als dem Auto gleichwertiges Verkehrsmittel angesehen und auch als solches behandelt werden.
In der vorliegenden Form können wir der Umsetzung nicht zustimmen. Für eine tragfähige Übergangslösung ist aus unserer Sicht mindestens der Bau einer neuen Radtrasse entlang des Flughafenzauns erforderlich, wie sie in der Vorlage bereits angedeutet wird. Wir bedanken uns bei der Verwaltung für die Zusage, auf unsere Anregung hin, diese Variante nochmals zu prüfen und ggf. umzusetzen, damit die finanziellen Mittel wirksam in die Radinfrastruktur investiert werden können. Langfristig braucht es darüber hinaus eine sichere, zeiteffiziente und damit attraktive Radverbindung zwischen Bernhausen und Plieningen.