Haushaltsanträge 2026/2027 Wir beantragen die Umsetzung von „Gender Budgeting“ als Steuerungsinstrument unserer kommunalen Finanzplanung.Begründung: Seit 2020 ist „Gender Mainstreaming“ als Querschnittsaufgabe in der Verwaltung verankert. Bei allen Planungs- und Entscheidungsprozessen sollen demnach von vornherein Gleichstellungsaspekte mitbeachtet und umgesetzt werden. Ein Teilbereich von „Gender Mainstreaming“ ist das „Gender Budgeting“, die gleichstellungsorientierte Bewertung der Ressourcenverteilung. Ziel ist im Sinne einer nachhaltigen Haushaltspolitik, die Verteilung öffentlicher Mittel gerechter zu gestalten und geschlechtsbezogene Ungleichheiten zu beseitigen.Wir beantragen die Einführung einer kommunalen Steuer auf Einwegverpackungen, -geschirr und -besteck, die in Verkaufsstellen für Speisen und Getränke zum Mitnehmen oder für den sofortigen Verzehr ausgegeben werden (Verpackungssteuer). Gleichzeitig wird ein städtisches Förderprogramm zur Einführung von Mehrweggeschirr aufgesetzt. Dazu werden im Vorfeld Gespräche mit den Filderstädter Unternehmen (Gastronomie und Handel) geführt.Begründung: Einwegverpackungen in der „To-Go-Gastronomie“ verursachen einen hohen Ressourcenverbrauch bei Herstellung und Entsorgung und landen oft in überfüllten Abfallbehältern, im Straßenraum oder in der Natur, wodurch für die Kommune zusätzlicher Aufwand entsteht, da eine effektive Mülltrennung im öffentlichen Raum kaum möglich ist. Deshalb sind ergänzende Steuerungsinstrumente erforderlich, die gleichzeitig ein umweltfreundliches Verhalten fördern. Eine kommunale Verpackungssteuer als örtliche Verbrauchsteuer kann dazu beitragen, den Einsatz von Einwegverpackungen, -geschirr und -besteck zu reduzieren und die Nutzung von Mehrwegsystemen zu fördern. Dadurch kann das Abfallaufkommen verringert und der Vermüllung des öffentlichen Raums entgegengewirkt werden. Die Einnahmen aus der Verpackungssteuer sollen dazu beitragen, das Budget der Straßenreinigung zu entlasten.Wir beantragen den städtischen Zuschuss zum Ausgleich des Fehlbetrags der FILharmonie zunächst für die Jahre 2026 und 2027 auf jeweils 2.000.000 Mio. € zu deckeln.Begründung: Angesichts der angespannten Haushaltslage ist ein ständig wachsender städtischer Zuschuss von über 2.000.000 Mio. € jährlich eine Herausforderung. Zwar freuen wir uns über den Zuspruch, den aktuell das kulturelle Angebot erfährt, es kann jedoch nicht, wie erhofft, von den Erlösen aus Vermietungen aufgefangen werden. Inzwischen sind die Aufwendungen für die Instandhaltung des Gebäudes und der technischen Anlagen derart gestiegen, dass insgesamt eine Lösung gefunden werden muss, wie planvoller umgegangen werden kann.Wir beantragen die Entwicklung und Umsetzung einer Filderstädter Biodiversitätsstrategie. Damit sollen der Artenschutz gesichert und die Artenvielfalt sowie die Ökosystemvielfalt geschützt und gefördert werden. Bestandteile der Strategie sollen ein Masterplan für Wildbienen- und Insektenschutz, der Ausbau des Biotopverbundes, die stärkere Verankerung des Artenschutzes in der Bauleitplanung, Maßnahmen zur Stärkung der Biodiversität öffentlicher Grünflächen sowie der Schutz und Erhalt der Streuobstwiesen sein. Zudem sollen zivilgesellschaftliche Akteure miteinander vernetzt und das zivilgesellschaftliche Engagement gefördert werden (z. B. durch Naturgartenwettbewerbe für Privatgärten).Begründung:• Umsetzung bestehender Gesetze (Stichwort: Biodiversitätsstärkungsgesetz)• Biodiversität ist ein entscheidender Faktor für erfolgreichen Klimaschutz. So helfen beispielsweise artenreiche Ökosysteme, Treibhausgase zu binden.• Die Umsetzung des Klima- und Biodiversitätsschutzes im Siedlungsgebiet verbessert das innerstädtische Klima und bieten zudem Orte der Naherholung im innerstädtischen Gebiet (Stichwort: Blau-grüne Infrastruktur).• Die Folgen des Biodiversitätsverlust sind gravierend, auch für das Leben und die Gesundheit der Menschen. Der Biodiversitätsverlust führt zur Störung des Nahrungsnetzes, Rückgang der Produktivität (Nahrungsmittel- und Wasserversorgung) und der wirtschaftlichen Stabilität (u. a. in der Land- und Forstwirtschaft)Wir beantragen die konzeptionelle Entwicklung und Umsetzung der seriellen energetischen Sanierung von Gebäuden in Filderstadt mit der Orientierung am niederländischen Energiesprong-Konzept. Serielles Sanieren ist eine effiziente Methode zur energetischen Sanierung von Gebäuden durch vorgefertigte Elemente, die industriell produziert und dann auf der Baustelle schnell montiert werden können. Ziel ist es, Sanierungen schneller, wirtschaftlicher und effizienter umzusetzen. Damit werden Klimaschutzmaßnahmen und bezahlbares Wohnen miteinander verbunden. Vermietende haben während der Sanierung keine Mietausfälle. Die Kommune kann dabei durch die entsprechende Sanierung ihrer eigenen Liegenschaften eine Vorbildfunktion übernehmen.Begründung: Der Gebäudesektor besitzt einen signifikanten Anteil sowohl am Endenergieverbrauch als auch am CO2-Ausstoß in Deutschland. Um die Reduktionsziele hinsichtlich des Ausstoßes der Treibhausgase in Deutschland und einen nahezu klimaneutralen Gebäudestand bis 2050 zu erreichen, ist die Umsetzung entsprechender Maßnahmen unumgänglich. Vorteile der seriellen energetischen Sanierung:• Der Einsatz digitaler Planungstools und die Verwendung industriell vorgefertigter Fassaden- und Dachmodule ermöglicht eine schnelle Montage vor Ort (Just-in-Time Logistik).• Hausbewohner*innen können in der Regel während der gesamten Bauphase in ihrem Haus wohnen bleiben.• Die Verwendung nachhaltig hergestellter und ökologischer Materialien (z. B. Holz) ermöglicht die Substitution klimaschädlicher Materialien und die Reduktion des CO2-Ausstoßes.• Ein ganzheitlicher Ansatz ermöglicht häufig die „Netto-Null-Bilanz“, bei dem Gebäude durchschnittlich so viel Energie erzeugen, wie sie verbrauchen.• Wirtschaftliche Vorteile: Perspektivisch sollen die Sanierungskosten durch eingesparte Energie- und Instandhaltungskosten gedeckt werden.Wir beantragen die konzeptionelle Entwicklung und Umsetzung des seriellen Bauens in Filderstadt. Der Fokus soll dabei auf dem holzbasierten seriellen Bauen liegen, bei dem standardisierte, industriell hergestellte Holzelemente präzise vorgefertigt und auf der Baustelle schnell montiert werden können. Die Kommune kann dabei durch die Erstellung oder die Beauftragung entsprechender Gebäude eine Vorbildfunktion übernehmen. Begründung: Seriell mit Holz hergestellte Gebäude stehen dem klassischen Wohnungsbau in seiner Qualität und Optik in nichts nach. Serielles Bauen mit Holz ermöglicht die Herstellung bezahlbaren Wohnraums, weil es durch industrielle Vorfertigung Bauzeiten verkürzt, Kosten senkt (weniger Lohnkosten, weniger Abfall) und eine hohe Qualität sowie Planungssicherheit bietet. Vorteile:• Der Baustoff Holz ist nachwachsend, er hat eine gute Ökobilanz und ist recycelbar, was nachhaltiges Bauen ermöglicht.• Serielles Bauen mit Holz ist oft über den gesamten Lebenszyklus wirtschaftlich attraktiv, wenn Faktoren wie Energieeffizienz, Umweltkosten und Betriebskosten einbezogen werden und nicht nur die reinen Investitionskosten betrachtet werden.• Standardisierte und modulare Bauteile ermöglichen eine hohe gleichbleibende Qualität, Zeit- und Kostenersparnis (kürzere Bauzeiten, schnelle Montage). Die standardisierten Prozesse verbessern die Kostenstabilität und haben weniger unerwartete Ausgaben zur Folge.• Durch den Einsatz modularer Systeme, variabler Grundrissgestaltung und verschiedener Ausstattungsvarianten kann eine Anpassung an unterschiedliche Grundstücks-, Kosten- und Nutzungssituationen erfolgen.