Gebührenanpassungen im Kinderbetreuungsbereich sind eine unliebsame Entscheidung, stellen sie doch immer eine zusätzliche finanzielle Belastung der Familien dar. Dennoch hat unsere Fraktion der Gebührenanpassung für die Betreuungsjahre 2026/2027 und 2027/2028 zugestimmt. Zum einen, um auch den angestiegenen Kosten in diesem Bereich gerecht zu werden. Zum anderen, weil durch die Erhöhung nicht auch der Deckungsgrad steigt und die Stadt jährlich zusätzlich weitaus mehr investiert als die Einnahmen durch die Anpassung ausmacht.
Wichtig ist unserer Fraktion, die Eltern immer wieder auf die Ermäßigungen des Familienpasses (A, B, C) zu verweisen, insbesondere auf den Familienpass C, der explizit die Kinderbetreuungsgebühren betrifft und auch die „mittleren Einkommen“ berücksichtigt. Der Gemeinderat hat in den letzten Jahren zusätzliche Millionenbeträge in den Ausbildungsbereich zur Personalgewinnung investiert. Leider erleben wir aber, dass sich das für die Eltern nicht immer bemerkbar macht. Denn mehr noch als die Gebührenanpassung treibt die Eltern um, dass sie nach wie vor nicht die Betreuungszeiten vorfinden, die sie für die Ausübung ihrer Erwerbstätigkeit brauchen. Es gibt faktisch keine Ganztagesbetreuung mehr. Die eingeführte verlässliche Betreuungszeit bis 14 Uhr kann nicht immer eingehalten werden. Das stellt Eltern vor enorme Herausforderungen.
Es tröstet nur wenig, dass Filderstadt dieses Schicksal mit dem überwiegenden Teil der Städte teilt. Denn, wie auch der Oberbürgermeister in diesem Zusammenhang immer wieder betont: „Das ist nicht unser Anspruch“. Und deswegen verbinden wir mit unserer Zustimmung zur Gebührenanpassung die dringende Erwartung, dass konsequent die Erfüllung dieses Anspruchs und somit der bedarfsgerechte Ausbau der Kinderbetreuung weiterverfolgt wird.